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RACE ACROSS GERMANY 2024

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RACE ACROSS GERMANY 2024 (RAG)

Aachen – Görlitz / 800 km / 7800 Höhenmeter

Mein Trainingstagebuch: „Thomas Waldeck - Die Reise eines Hobbits“

Kapitel 1: Die Herausforderung 

Kapitel 2: Der Plan

Kapitel 3: Die Ernährung

Kapitel 4: Die Transformation

Kapitel 5: Das Material

Kapitel 6: Das Rennen

 

1. Die Herausforderung

Was ist das Race across Germany? Das RAG ist ein Ultracycling-Event, bei dem eine fest vorgegebene Strecke in einer bestimmten Zeit zu absolvieren ist, um sich im Anschluss als Finisher in die Annalen einschreiben zu dürfen. Es gibt in Deutschland zwei Varianten. Eine Route führt von Flensburg nach Garmisch-Partenkirchen (1100km/7500hm) und die andere verläuft in West-Ost-Richtung, von Aachen nach Görlitz (800km/7800hm). Ich habe mich für letztere entschieden, da ich es reizvoll finde die Wiedervereinigung auf dem Rad neu zu beleben 😊. Nachdem ich in den letzten Jahren etwas radfaul geworden bin, habe ich mich dazu entschlossen mal etwas anderes auszuprobieren. Die Herausforderung des Rennens besteht nicht zwingend in der Länge, sondern vielmehr ist es das unrhythmische Streckenprofil, welches es möglichst in der Aero-Position zu absolvieren gilt. Starten werde ich in der Kategorie - supportet -. Das heißt mit einem Betreuerteam (Familie & Freunde), welches sich dann spätestens nach Rennhälfte um meinen seelischen Zustand kümmern darf 😉! Es gibt 2 Altersklassen und da ich in diesem Jahr das halbe Jahrhundert vollmache, darf ich mich mit den alten Herren in der AK 50+ duellieren.

 

2. Der Plan

Getreu meinem Motto „Leben am Limit“, habe ich die Vorbereitungsphase auf das absolute Minimum geschrumpft. Heißt, bis zum Start am 31.05.24 bleiben mir noch etwas mehr als 21 Wochen oder präziser gesagt, genau 151 Trainingstage.

Pünktlich zum Start ins neue Jahr startete ich dann mit den altbekannten Neujahrsvorsätzen ins Training. Im Vergleich zu den sonst üblichen Saisonzielen, musste ich aber den Trainingsplan, an den für mich neuen Saisonhöhepunkt, anpassen. Ziel ist es, eine möglichst konstant hohe Durchschnittsleistung (ca. 210W) über einen längeren Zeitraum (ca. 27 Stunden) zu treten. Um ein optimales Verhältnis zwischen eingesetzter Leistung und dem vorhandenen Körpergewicht zu erreichen, gilt der Schwerpunkt vorrangig einer deutlichen Gewichtsreduktion und der entsprechenden Leistungssteigerung. Ziel sind 3Watt/kg Körpergewicht, um möglichst effizient über die deutschen Mittelgebirge zu gelangen. Meine Trainingsstrategie ist in der Regel von unspezifischen, hin zu spezifischen Wettkampfinhalten zu trainieren. Heißt in diesem Fall, zu Beginn Kraftausdauer, Maximalkrafttraining und intensive Belastungen. Das Ausdauertraining steht hierbei erst einmal im Hintergrund. In Richtung Wettkampf werden die Leistungsumfänge dann deutlich erhöht und die Intensitäten zurückgeschraubt. Der Januar dient momentan vorrangig dem Aufbau einer allgemeinen Grundform. Eine der größten Herausforderungen für mich ist der Spagat zwischen einer ausreichenden Energiezufuhr um entsprechend trainieren zu können und der angestrebten Gewichtsreduktion. „Ohne Mampf kein Kampf!“ trifft an dieser Stelle vollumfänglich zu. 

 

3. Die Ernährung

Auch bei der Ernährung versuche ich mich grundsätzlich in eigenem Ermessen auf den Wettkampf vorzubereiten. Wie schon bei der Trainingsplanung, musste ich auch hier einen grundsätzlich anderen Ansatz wählen. Zum einen die Ernährung während der Trainingsphase und dann die Ernährung im Wettkampf. Das Trainingsziel, in Bezug auf die Ernährung in Richtung Wettkampf, ist die Umstellung der Nahrungsaufnahme von hauptsächlich fester Form, hin zu einer ausschließlich flüssigen Nahrungszufuhr. Mir war bis dato nicht bewusst, dass es einen merklichen Unterschied bei der Energiezufuhr zwischen flüssiger und fester Nahrung gibt. Die Schwierigkeit besteht wohl darin, möglichst viele Kohlehydrate/Stunde aufzunehmen und diese dann auch im Körper zu behalten. Standardmäßig ist hier das Limit bei ca. 60g/h. Mein Ziel, bzw. der Bedarf sind aber, wie in der Grafik zu sehen ist, 90 g/h. Da es scheinbar deutlich einfacher ist das in flüssiger Form zu erreichen, versuche ich dies in Richtung Wettkampf auch entsprechend umzusetzen.

 

4. Die Transformation

 

Der Januar

Körpergewicht 01.01.2024: 86,2kg

Trainingsziel: Grundlagenaufbau, Muskelaufbau, Gewichtsreduktion

Zwischenergebnis 31.01.2024:

Verbrauchte Energie (während des Trainings): 28821 kcal

Gefahrene Radstrecke indoor/outdoor: 1307,5 km

Trainingszeit gesamt: 59h31min

Körpergewicht: 82,7 kg

 

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Der Januar stand primär unter dem Motto die alten Lebensgeister im Körper zu erwecken. Den Auftakt machte am 01. Januar eine erste 100 km – Trainingsrunde, durch den Fläming. Mit deutlich überhöhter Herzfrequenz und unterdurchschnittlichen Wattwerten zu Hause angekommen, wusste ich was mir bevorsteht. Da ich schon im Vorfeld einen leisen Verdacht hatte, wohin die Reise gehen könnte, bestätigte sich zumindest für den Anfang, mein zuvor erstellter Trainingsplan. Das heißt jetzt erst einmal an den Basics zu arbeiten. Hier setze ich vorrangig auf kombinierte Kraftausdauereinheiten, in Form von Kniebeugen mit Langhantel und Kreuzheben. Dazu kommen dann noch Stabilisationsübungen, für die Rumpf- und Rückenmuskulatur. Auf dem Rad liegt der Focus im Ausdauerbereich, um die roten Muskelfasern entsprechend zu trainieren. Mitte Februar soll dann die Intensität entsprechend nach oben geschraubt werden, in der Hoffnung, dass das zuvor absolvierte Trainingsprogramm eine schrittweise Erhöhung der anaeroben Schwelle zulässt.

Fazit nach dem 1. Monat: Altersbedingt benötige ich deutlich mehr Zeit zur Regeneration als noch vor 10 Jahren. Dies hängt sicherlich auch mit dem aktuell eher untrainierten Gesamtzustand zusammen. Im Vergleich zu früheren Jahren, habe ich mich aber gezwungen etwas ruhiger zu starten. Dies hat sich dem ersten Anschein nach als sehr positiv herausgestellt.

 

 

Kartenmaterial by: Maplibre | © Komoot | Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende

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